Distress und Eustress
Du brauchst einen gesunden Stress? Das ist so. Der sogenannte Eustress ist ein positiver Stress, er wirkt sich positiv auf deine Handlungen aus. Der Eustress produziert in deinem Körper Stresshormone, welche dich leistungsfähiger machen. Er hilft sportliche Anstrengungen zu bewältigen, er erhöht deine Aufmerksamkeit und lässt dich effizienter und produktiver arbeiten. Auch Glücksmomente wie eine Heirat oder eine Familienfeier können Eustress-Situationen auslösen.
Der Distress hingegen ist ein negativer Stress. Er hemmt, blockiert, macht ängstlich, gereizt und erschöpft.
Was bewirkt der Distress bei dir?
Ursprünglich war Stress lebensnotwendig für uns. Beim Erlegen eines Mammuts oder Flüchten vor einem Säbelzahntiger musste unser Körper in kürzester Zeit absolute Höchstleistung erbringen. Der Körper schüttet in dem Moment Hormone aus dem Nebennierenmark aus (Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol). Diese Hormone bewirken einen Blutdruckanstieg, sie erhöhen den Blutzuckerspiegel und setzen Fettsäuren frei. Das vegetative Nervensystem schaltet auf flight or fight (fliehe oder kämpfe).
Wer früher in der Vorzeit gut Stress entwickeln konnte, überlebte – wer heute gut Stress entwickeln kann, leidet.
Heutige Stressoren sind:
- Schwierigkeiten in der Beziehung
- Hohe Anforderungen im Job
- Das Nichterreichen von eigenen hoch gesteckten Zielen
- Herausforderungen in der Kindererziehung
Die Bewegung und Regenerationsphasen fehlen heute fast gänzlich
In der heutigen Zeit reagiert der Körper bei Stress immer noch gleich. Die Stressoren haben sich jedoch merklich geändert. Es sind z. B. das Hupen im Auto, wenn wir im Stau stehen, nörgelnde Kunden oder zu viele E-Mails. Bei heutigem Stress fehlt definitiv die anschliessende Bewegung und die Entspannungsphase. Der Körper bereitet sich darauf vor körperliche Höchstleistung zu erbringen, welche nicht umgesetzt werden. Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass die Regenerationsphase fehlt. Früher wurde nach Erlegen des Mammuts ein Festessen veranstaltet. In dieser Ruhephase sank der Spiegel der Stresshormone. Das vegetative Nervensystem schaltete die Aktivität auf Ruhe (rest and digest). Der Körper regenerierte sich.
Heute fehlt diese Regenerationsphase. Nach einem stressigen Alltag können wir uns nicht auf unseren Lorbeeren ausruhen. Wir wollen gleich das nächste Mammut erlegen, am liebsten noch grösser als das Vorherige.
Bei Langzeitstress beginnt der Körper Glukokortikoide auszuschütten. Der Blutdruck bleibt erhöht, Angst, Muskelanspannung oder Verdauungsbeschwerden bleiben konstant.
Lese in meinem nächsten Blog wie du mit einfachen Ritualen mit less stress oder sogar stressless leben kannst.
Woher kommt der Begriff Stress
Das Wort Stress wurde bei Werkstoffen verwendet, der Stress bedeutete eine Materialermüdung durch Zug oder Druck auf ein Material. Hans Selye führte 1936 den Ausdruck Stress in die Biologie ein. Er definierte ihn als unspezifische Reaktion des Körpers auf jegliche Anforderung.